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Bush: "worst nature catastrophe in US history"
Hurricane Katrina



Autor:
Sabine & Chris

Datum:
31.08.05 23:15

Tagebuch aus
On the Road


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On the Road


 

Auch wenn wir Dank der Verspätung in unserem Reiseplan noch nicht in New Orleans, sondern im weit entfernten Dallas sind, als Katrina auf die Küste von Louisiana und Mississippi trifft, geht der Hurricane nicht spurlos an uns vorüber.

Obwohl schon seit ein paar Tagen in den Medien immer wieder vom Schlimmsten ausgegangen wird und die Menschen zum Verlassen dieser Region aufgerufen werden, schaffen es viele nicht mehr rechtzeitig zu entkommen. Leider entwickelt sich Katrina, der bereits 11. „Named Storm“ des Jahres, zu allem Überfluss über die zuerst erwartete Stärke eines Kategorie 4 Sturmes zu einem Kategorie 5 Sturm. Das ist die höchste Kategorie und wird auch als „Major Catastrophe and Destruction“ bezeichnet. Als das einen Tag vor dem Landfall, also dem Auftreffen des Sturmes auf das Festland, zur Gewissheit wird, sehen wir auf CNN den größten Stau der Geschichte, über 250 Meilen (400 Kilometer) Stillstand auf den Straßen, weg von New Orleans. Selbst die Versorgung mit Treibstoff kommt dabei zum erliegen, viele sind auf der Straße gefangen. Vielleicht war das im letzten Moment auch für viele der Grund, warum sie erst gar nicht versucht haben, das Gebiet zu verlassen.

Wie wir es von CNN gewohnt sind, können wir am Fernsehschirm durch zahlreiche Live-Reportagen den Sturm und das Ausmaß der Naturgewalt mitverfolgen.
Aus diesem Grund beschließen wir auch noch einen Tag länger in Dallas zu bleiben um Informationen zu sammeln, in wie fern wir durch das Gebiet reisen können.
Dabei stellt sich CNN als nicht sehr brauchbare Quelle heraus, die Berichterstattung wird leider nicht durch wichtige, sachliche Informationen ergänzt, sondern beschränkt sich vielmehr auf Reportagen über persönliche Tragödien, was uns mit der Zeit immer mehr an Boulevardberichterstattung erinnert.
Trotz der 24 Stunden Fernsehberichterstattung über Katrina und ihre Folgen bekommen wir keine Information, die uns bei der Routenplanung weiterhelfen würde: keine Informationen, welche Straßen zerstört bzw. überschwemmt sind, wie weit in den Norden die Verwüstungen (einschließlich des Mangels an Benzin, Lebensmittel und Trinkwasser) reichen, welche Straßen befahrbar sind, wie viele Menschen auf der Flucht sind.

Die Interstate 10, die entlang der Golfküste durch die betroffenen Bundesstaaten verläuft, ist großteils zerstört, wir müssen unsere Pläne über den Haufen werfen und wieder nach Norden fahren, um weiter in den Osten zu gelangen. Erst als wir in Texarkana, an der Grenze zwischen Texas und Arkansas (rd. 420 Meilen, ca. 8 Stunden Autofahrt von New Orleans entfernt) ankommen und kaum ein Zimmer bekommen, werden uns erst die Ausmaße klar. Die Parkplätze der Motels sind voll mit Autos aus Louisiana, Opfer des Hurricane bekommen die Zimmer zum halben Preis und gratis Lebensmittel.

Trotzdem herrscht hier natürlich eine gedrückte Stimmung. Das einzige was den betroffenen Menschen hier sicher ist, ist die beispielhafte Solidarität und Hilfsbereitschaft ihrer Mitbürger.
Wir haben hier kein Zuhause, das wir verlieren hätten können und morgen werden wir unsere Reise fortsetzen und weiterfahren, unsere Gedanken und unser Mitgefühl werden bleiben.


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